Foto: Helmut Gross

Andacht Oktober 2013

01. Oktober 2013

Im Oktober feiern wir in den Kirchen das Erntedankfest. Die Kirchen sind dann reich geschmückt mit dem, was unsere Gärten und Felder an guten Gaben hergeben: Obst, Gemüse, Salat, Blumen. Dazu kommt alles, was Menschenhände schönes daraus zaubern: Brot, Nudeln, Konserven, Saft, Wein ....[nbsp]

Die Gemeindeglieder bringen etwas von dem in die Kirche, was sie ernährt und ihnen Freude macht. Diese Tradition soll uns daran erinnern, dass all diese Dinge zwar durch unsere Hände gehen, dass sie aber trotzdem ein Geschenk, eine Gabe Gottes an uns sind. Wir Menschen säen den Samen und pflegen die Pflanzen, doch wir lassen sie nicht wachsen. Da spielen auch noch ganz andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. das Wetter.[nbsp]

So ähnlich ist es auch in vielen anderen Lebensbereichen in der Arbeitswelt und im Privaten. Als Eltern werden wohl die meisten für ihre Kinder tun, was sie können und für richtig halten. Aber wie sich die Kinder dann entwickeln und was aus ihnen wird, können Eltern nur bedingt beeinflussen. Irgendwann treffen die Kinder ihre eigenen Entscheidungen und sind für sich selbst verantwortlich. Dann können Eltern nur noch begleiten.[nbsp]

Das Erntedankfest erinnert uns daran, dass vieles von dem was wir haben und sind, ein Geschenk und eine Gabe Gottes ist. Gott lässt wachsen und Gedeihen. Er sorgt für uns und gibt uns, was wir brauchen. Er bewahrt vor Schaden.[nbsp]

Mich macht es dankbar und zufrieden, wenn ich ab und zu daran denke, wie viel Gutes Gott mir schenkt. Gerade dann, wenn mich etwas niederdrückt oder traurig macht, dann hilft mir der Dank an Gott das Gute zu sehen, das da ist und die Dankbarkeit macht mich wieder fröhlicher und zuversichtlicher. Gott hat soviel Gutes an mir getan und er wird es auch weiterhin tun.[nbsp]

Nach dem Erntedankfestgottesdienst werden die Erntegaben meist an Bedürftige weiter gegeben. Viele Gemeinde leiten sie an die Tafeln, an Pflegeheime oder Kindergärten weiter, soweit gesetzliche Auflagen das erlauben. Sie sollen denen zugute kommen, die sie brauchen können.[nbsp]

Wer sich von Gott beschenkt weiß und darauf vertraut, dass Gott für ihn sorgt, der wird auch die Gaben gerne mit anderen teilen. Denn der weiß, weder steht mir das alles zu, noch ist es allein mein Verdienst, noch ist es die Schuld oder gar Versagen eines anderen. Jeder von uns kann mal in die Lage kommen, Hilfe zu brauchen. Vieles ist für uns unverfügbar und vieles einfach ungerecht verteilt.[nbsp]

In diesem Sinne verstehe ich auch den Bibelvers, der über dem Monat Oktober steht, sozusagen als Motto für diesen Monat: „Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen; denn an solchen Opfern hat Gott Gefallen.“ (Hebr 13,16)[nbsp]

Darum freue ich mich auch jedes Jahr wieder darüber, dass der 3. Oktober, das Fest der Deutschen Einheit, in diese Erntedankfesttage fällt. Denn gerade die Ereignisse, die zur Einheit geführt haben, sind in meinen Augen solch ein Geschenk Gottes. Der Sturz der DDR-Regierung geschah gewaltfrei und löste eine große Welle der Solidarität aus. Die Menschen damals waren voller Dankbarkeit und gerne bereit zu teilen.[nbsp]

So ist für mich der Oktober immer wieder der Monat, an dem ich mir bewußt mache, wie gut es mir eigentlich geht und dass das Gottes Geschenk an mich ist. Danke, Gott![nbsp]

Mit herzlichen Grüßen

Betina Dürkop (Pastorin an der Lukaskirche)