Foto: Helmut Gross

Andacht September 2020

31. August 2020

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.
(2.Korinther, 5,19)

Ist das eigentlich wichtig für mich?

Der Monatsspruch für September.
Ist ja schön. - Dieses Wort kann mir egal sein, wenn ich nicht an Gott glaube und erst recht, wenn da gar kein Gott ist … hinter allem, was ist. Denn dann ist nach dem Tode sowieso alles erledigt.

Doch wie ist es wirklich? Wir wissen es nicht mit absoluter Sicherheit. Wir erklären uns unsere Welt und unser Dasein über zwei Theorien, Weltanschauungen oder Welterklärungen. Mehr gibt es nicht, sind mir jedenfalls nicht bekannt.

Wir erklären uns die Welt materialistisch und wissenschaftlich und wir erklären sie uns religiös mit einem Gott. Wobei die beiden Theorien teilweise miteinander kombiniert werden können. Der wissenschaftliche Beweis für die Existenz eines Gottes kann nicht erbracht werden, genauso wenig wie der Gegenbeweis. Das bedeutet aber, dass die Existenz eines Gottes möglich ist und zwar zu 50%. (!) - Ich finde, das ist eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, denn das bedeutet: entweder oder, ja oder nein, schwarz oder weiß. Und ich will hier wirklich keine Schwarz-Weiß-Malerei treiben, aber wenn da ein Gott ist, dann muss ich mich mit ihm auseinander setzen und meine Beziehung zu ihm erkennen und zur Not in Ordnung bringen, denn mit Gott bekomme ich es zum Schluss endgültig zu tun. Und wie stehe ich zu Gott? Die Bibel gibt darauf eine klare Antwort: Der Mensch ist sündig, er ist von Gott getrennt. Und der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief. Sie sind allesamt sündig und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Römer 3,23)

Sie verletzen ständig das Gesetz und die Gebote Gottes, sind Gesetzesbrecher, sind schuldig geworden am Gesetz, das doch regelt, wie sie miteinander umgehen sollten. - Und sie gehen fürchterlich miteinander um, gehen fürchterlich mit dieser Welt um und ignorieren den lebendigen Gott.

Von daher können wir uns nur verstehen als Verworfene vor Gott. Die Menschen wollen ihn nicht in Ihr Leben einbeziehen, sie wollen IHN nicht. Und er nimmt sie ernst und entspricht ihrem Willen und Wollen. Eine schlimme Situation für den Menschen, die totale Katastrophe und völlige Hoffnungslosigkeit.

Aber Gott sei Dank ist Gott selber als Mensch in diese Welt gekommen und hat sich mit seiner Menschheit versöhnt: Indem Jesus am Kreuz die verdiente Strafe auf sich nahm, als unser Stellvertreter, gibt er allen Menschen guten Willens, die das verstehen und wollen, die Möglichkeit zur Versöhnung mit Gott. - Ja, Gott war es, der die Welt in Christus mit sich versöhnt hat!

„Gott versöhnte mich, Das gibt meinem Leben einen festen Grund. Gott versöhnte mich. Das ist ein Ja über meinem Leben, das mich fähig macht, mutig weiterzuleben. Gott versöhnte mich. Das macht mein Herz und meinen Horizont weiter. Ich lerne auch die Unzulänglichkeiten anderer ertragen, weil ich weiß: Wir alle leben von Gottes Vergebung. Gott versöhnte die Welt. Diese Botschaft reicht auch dorthin, wo wir versagen: wo Menschen die Regeln des Zusammenlebens nicht anerkennen, wo sie Würde und Leben anderer antasten. Es gibt keine Schuld, die Gott nicht vergeben könnte. Das nimmt uns das Recht, andere Menschen zu verurteilen und Grenzen aufzurichten. Und wenn wir uns selbst noch so sehr von dem Bösen in der Welt fernhalten, auch wir wären ohne Gottes Vergebung verloren.“

Gott versöhnte mich. Das macht mir Hoffnung auf Zukunft und Unendlichkeit; unaussprechliche Freude und Glückseligkeit, ein herrliches Happy-end nach dieser Wirklichkeit --- alles macht Sinn! Und es geht wirklich weiter! Das ist extrem wichtig für mich!

Hans-Carl Schlüter, Pastor der Landeskirche, im KK Bremerhaven