Foto: Helmut Gross

Andacht Mai 2014

05. Mai 2014

„Sicher sein“

8. Kiste, 9. Kiste, 10.Kiste. Eine geht noch, okay eine schaffe ich noch.

Oh ist das wackelig hier oben. Ah jetzt muss ich die Kiste gleich fangen, da falle ich doch eh herunter. Was passiert wenn ich falle? Nicht dran denken, weiter machen. Ah ich wackele, ich hab kein Halt mehr!

< Krach. >

Alles fällt zusammen. Und ich falle, aber nur einen kurzen Moment, dann habe ich wieder Sicherheit. Das Seil hält mich.

Der Kletterer oder die Kletterin fragt sich, warum bin ich nur zum Kistenklettern angetreten? Warum hab ich mir das angetan, warum konnte ich nicht einfach Nein sagen?

Aber er/sie hat es gemacht und mehr erreicht als er/sie gedacht hat zu schaffen, obwohl er/sie Angst hatte. Angst keinen Halt zu haben. Angst, dass das Material nicht hält. Angst in die Tiefe zu stürzen.

Der Kletterer/die Kletterin hängt nach seinem/ihrem Fall an einem starken Seil, welches von Menschen gehalten wird, die sie/ihn sichern.

Sich sicher sein, dass es Leute gibt die mich sichern, die mir halt geben, davon singen Laith Al Deen und König David in ihrem Lied „Sicher sein“. In dem Lied singen Sie:

 

„Bei dir kann ich mir sicher sein. („..........“) Bei Gefahr kannst du meine Festung sein. Du stehst mir zur Seite, damit ich nicht falle. Unter deinem Flügel find ich Schlaf. Dein Blick wacht über unserem Königreich. Bei dir bin ich in Sicherheit.“

 

Was gibt uns „Sicherheit“?

Beim Klettern ist es offensichtlich, es ist das Seil, aber auch die Menschen die das Seil festhalten. Doch was ist wenn es sich nicht um eine offensichtlich riskante Aktion handelt? Was ist wenn jemand im Leben das Gefühl hat in eine endlose Tiefe zu fallen? Was gibt einem in solchen Situationen den Halt?

Es ist das Lebensseil, welches immer und bei jedem im Herz verankert ist. Und das Schöne an diesem unsichtbaren und unendlichen Seil ist, dass es einem überall hin folgt. Es ist immer da auch wenn man es nicht bemerkt. Es gibt einem halt und lässt die Verbindung zu einem nie abreißen. Denn das Seil hat einen so großen Durchmesser, das es nicht reißen kann. Selbst die größte Last wird von diesem Seil gehalten.

Dieses Seil ist in bunte Farben getaucht. Jene Farben spiegeln die Menschen wieder in deren Händen sich das Seil befindet. Voller Freude und Selbstverständlichkeit halten diese Menschen einen fest, weil wir Ihnen wichtig sind.

Vielleicht ist es Gott der das Seil fest hält, vielleicht sind es Freunde oder die Familie die das Seil festhalten, vielleicht sind es Menschen die jemand gerade erst kennen gelernt hat, vielleicht sind es aber auch alle zusammen die uns halten, weil wir ihnen wichtig sind.

 

Stadtjugenddienstmitarbeiter

Hannes de Buhr