Foto: Helmut Gross

Andacht August 2011

05. August 2011

Jede Woche einen Tag Sommer?

Schade, daß der Urlaub schon vorbei ist! So ein Mist: Lange darauf gefreut - und dann war das Wetter mehr als wechselhaft. Im Umdrehen ist der Sommer vorbeigegangen. Jetzt fängt die Schule wieder an und der Alltag hat mich wieder. Küche sauber machen, Beruf, Papierkram - was eben so dazugehört. Schweigen wir lieber. Ist die süße Zeit des Nichtstuns vorbei?

Warum nicht jede Woche einen Tag Sommer? Einen Tag, an dem es verboten ist zu arbeiten, an dem keine Hausaufgaben und keine Hausarbeit gemacht werden darf. Ein Tag sollte es geben in der Woche, an dem man Zeit für die Freunde und Freundinnen hat, an dem man sich trifft und gut isst. Der Sommer würde weitergehen, zumindest einen Tag in der Woche. Eigentlich bräuchten wir ein Sonntagsgebot: Am Sonntag muß man sich ausruhen, muß sich Zeit nehmen zum genießen. Am Sonntag darf nicht eingekauft werden, und die Hausarbeit ist verboten. Niemand muß den Müll 'rausbringen.

Warum machen wir uns den Sonntag eigentlich mit immer mehr Arbeit kaputt, anstatt ihn einfach zu genießen? Die Juden haben mit den uns manchmal recht streng scheinenden Sabbatgeboten einen Zaun um ihren freien Tag errichtet. Warum verschleudern wir trotz unserer jüdischen Wurzeln unseren Sonntag?

Im Talmud (der Sammlung der alten jüdischen religiösen Schriften) steht von drei Dingen, die ein Vorgeschmack des Paradieses sind: Sonne, Sabbat, Sex. Und wer wollte etwas gegen das Paradies sagen?

Pastor Lars Christoph Langhorst