Foto: Helmut Gross

Andacht April 2021

01. April 2021

Hoffnung für die Welt

Uns Christen ist vertraut, dass wir durch Karfreitag und Ostern Vergebung haben und uns ein unvergängliches Leben geschenkt ist. Einen Zusammenhang zwischen Jesu Kreuz und Auferstehung und unserer Welt sehen wir erst einmal weniger. Gerade jetzt sieht ja „die Welt“ trotz Frühling durch die anhaltende und sich verschärfende Corona-Krise eher düster aus. Und wenn es den meisten von uns von den Lebensumständen her dennoch halbwegs gut geht, so schauen wir doch z.B. die politische Welt höchstens mit einem nüchternen Blick an. Als Christen wissen wir wohl, dass auch unsere Welt unter der verborgenen Herrschaft Gottes steht. Aber sein Segen und seine Hilfe sind uns tatsächlich dabei oft verborgen und manche Zumutungen Gottes, wie jetzt die Pandemie, müssen wir aushalten - einen dahinter liegenden Sinn können wir nur schwer erkennen.

Aber von Ostern her dürfen wir Hoffnung auch für unsere Welt haben. Vor allem bei den Paulusschülern des Epheser- und Kolosserbriefes finden wir hier eine geistliche Weiterentwicklung der Gedanken des Apostels, gewiss inspiriert durch den Heiligen Geist. In Kolosser 1,20 heißt es (nach der BasisBibel): „Gott wollte, dass alles durch Jesus Versöhnung erfährt. In Jesus sollte alles zum Ziel kommen. Denn Jesus hat Frieden gestiftet durch das Blut, das er am Kreuz vergossen hat. Ja, durch ihn wurde alles versöhnt – auf der Erde wie im Himmel.“ Jesus hat „alles versöhnt“ mit Gott, Frieden in dieser Welt gestiftet, in ihm kommt alles zum Ziel. Das macht mir Hoffnung auch für unsere Welt. Auch unsere Welt steht im Zeichen der Versöhnung durch Jesus. Noch sind Sünde und Tod am Werk, aber ihr Ende für alle ist in Jesus schon beschlossene Sache. Alle Dunkelheit dieser Welt – gerade auch in dieser elenden und schon viel zu lange dauernden Corona-Krise  – wird schon jetzt überstrahlt vom österlichen Licht Jesu. Jesu Friede und seine Liebe sind unaufhebbar auch über unserer Welt aufgerichtet.

Der Theologe Karl Barth sollte bei der Weltkirchenkonferenz 1948 in Amsterdam – der ersten nach dem verheerenden zweiten Weltkrieg – einen Vortrag halten zum Thema „Die Unordnung der Welt und Gottes Heilsplan“. Barth, dessen Theologie stark von der universalen Bedeutung Christi geprägt ist, stellte das Thema des Vortrages kurzerhand auf den Kopf und sprach über „Gottes Heilsplan und die Unordnung der Welt.“

Ja, unsere Welt ist genug „in Unordnung“. Aber noch wichtiger und gewichtiger ist „Gottes Heilsplan“: die Versöhnung, die Gott über unserer Welt durch Jesus aufgerichtet hat. So bin ich zuversichtlich, dass unsere Welt nicht in Chaos und Untergang ihr Ziel findet und auch die vielfältigen Probleme, die wir erleben, nicht in Hoffnungslosigkeit enden. Jesus ist nicht nur aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, sondern auch aus unserer Welt nicht mehr herauszunehmen. So dürfen auch wir kraftvoll und mutig an der positiven Zukunft unserer Welt mitarbeiten.

Götz Weber, Pastor der Kreuzkirche