Gefängnisseelsorge

Kapelle in der Justizvollzugsanstalt Bremerhaven
Kapelle in der Justizvollzugsanstalt Bremerhaven

„Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“

Diese Worte Jesu aus dem Matthäusevangelium geben den Auftrag an die Kirche, Menschen im Gefängnis nicht sich selbst zu überlassen.

Das Recht auf freie Religionsausübung (Art. 4 GG), das Recht auf Gottesdienst und Seelsorge (Art. 140 GG) und das Zeugnisverweigerungsrecht des Seelsorgers im Strafvollzug (§ 139 Abs. 2 StGB) bieten den staatlichen Rahmen für die Gefängnisseelsorge. Auf diesen Grundlagen führt der Gefängnisseelsorger seine Gespräche, die unter dem Siegel der Schweigepflicht und gegebenenfalls des Beichtgeheimnisses stehen.

Einmal wöchentlich bietet der Anstaltsseelsorger in der „Justizvollzugsanstalt“ Bremerhaven den Gefangenen die Möglichkeit zum Gespräch. Dabei geht es um seelische, soziale, aber auch vollzugliche Probleme, die im Vertrauen auf die Verschwiegenheit des Seelsorgers thematisiert werden. Auch die Angehörigen der Inhaftierten können sich mit ihren Sorgen an den Anstaltsseelsorger wenden. Einmal im Monat findet am Sonntag um 10.00 Uhr Anstaltsgottesdienst im anstaltseigenen Kirchenraum statt. Im Anschluss versammelt sich die Gemeinde zum Kaffeetrinken und gemeinsamen Gespräch. Auch die Taufe von Inhaftierten und die Einzelbeichte gehören zu den Angeboten der Gefängnisseelsorge. Zudem besteht das Angebot, als Begleitperson für Lockerungsausgänge zur Verfügung zu stehen.

Die Gefängnisseelsorge steht Menschen aller Konfessionen und Religionszugehörigkeit offen gegenüber und ihr Angebot beschränkt sich nicht nur auf evangelische Christen.

Nach der Entlassung bleibt die Möglichkeit der Nachbetreuung durch das Pfarramt Grünhöfe, an dessen Stelle die Gefängnisseelsorge mit 25 % Stellenanteil gebunden ist.

Der Gefängnisseelsorger ist immer auch ansprechbar für die Bediensteten des Vollzuges. Seine Schweigepflicht gilt für alle Personengruppen.

Die Gefängnisseelsorge leistet in ihrer Arbeit den Versuch, dass das oft unversöhnliche Gegenüber von Opfer, Täter und Gesellschaft insofern aufgehoben wird, dass sowohl das Recht des Opfers auf Bestrafung des Täters als auch das Recht des Täters auf Resozialisierung als gesellschaftlicher Auftrag wahrgenommen wird und sich nicht gegenseitig ausschließt. Gerade dazu hält der Gefängnisseelsorger regelmäßig Vorträge in kirchlichen und nichtkirchlichen Gruppen, an Schulen und im Konfirmandenunterricht.

Pfarramt Grünhöfe

Haberstr. 14
27574 Bremerhaven
Tel.: 04 71 | 3 61 37

JVA Bremen

Vollzugsabteilung 26
Nordstr. 12
27580 Bremerhaven
Tel.: 04 71 | 59 61 37 62 (Pforte)