Aktuell
Andacht
Als ich Schüler war, hatte ich einen englischen Grundwortschatz: Ein Lexikon mit den wichtigsten Wörtern und Wendungen der englischen Sprache. Wenn es darum geht, was Konfirmandinnen und Konfirmanden kennen und können sollen, spreche ich gern vom christlichen Grundwortschatz. Dazu zähle ich die zehn Gebote, den 23. Psalm, das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis. Unter kennen und können verstehe ich, dass sie diese vier Stücke auswendig können, also im Kopf haben. Aber sie sollen sie möglichst auch inwendig kennenlernen, also in ihr Herz lassen. Die Texte des christlichen Grundwortschatzes sind keine Vokabeln. Sie sollen keine leeren Worte bleiben, sondern wertvoll werden und im Idealfall - oder im Zweifelsfall - tragende Kraft entfalten. Die Worte sind angekommen, wenn jemand, der sie in sich trägt, merkt: Da trägt etwas mich. Wenn jemand sie zu gebrauchen weiß für sich selbst oder für einen anderen Menschen in einer Krise. Wo mir Worte fehlen oder ich nichts Passendes zu sagen weiß, aber auch nicht schweigen will, kann ich vielleicht das Vaterunser oder den Psalm anbringen. Oder einfach für den eigenen Gebrauch - täglich, immer wieder einmal.
Aktuelles
Termine
01.01.12 Kirchenmusik |
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20.05.12 10:00h Johanneskirche, Gottesdienst m. Abendmahl, P. Ritter |
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20.05.12 10:00h Markuskirche, Gottesdienst m. Abendmahl, Pn. Kopf |
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20.05.12 10:00h Lukaskirche, Konfirmation, D. Großmann/Pn. Dürkop |
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20.05.12 18:00h Michaelis-Paulus-Kirche, Gospelchurch, Pn. Breuer u. Team |
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20.05.12 10:00h Kreuzkirche, Gottesdienst, P. Niehaus |
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20.05.12 10:00h Christuskirche, Gottesdienst, Pn. Anz, anschl. Kirchencafé |
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20.05.12 10:00h Matthäuskirche, Gottesdienst, P. Colmsee |
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27.05.12 10:00h Zionkirche Imsum, Gottesdienst im Gemeindegarten, P. Maschke |
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27.05.12 10:00h Johanneskirche, Gottesdienst, Pn. Breden |
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27.05.12 10:00h Markuskirche, Gottesdienst, P.i.R. Nolte |
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27.05.12 10:00h Lukaskirche, Frühgottesdienst, Pn. Dürkop |
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27.05.12 11:30h Dionysiuskirche-Lehe, Taufgottesdienst, P. de Buhr |
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27.05.12 10:00h Michaelis-Paulus-Kirche, Gottesdienst, P. Warnecke |
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27.05.12 10:00h Kreuzkirche, Gottesdienst, P. Weber |
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27.05.12 10:00h Christuskirche, Gottesdienst, P. v. Stuckrad-Barre |
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Nachrichten: Wie viele Brote habt ihr?
Am 4. März werden Frauen, Männer und Kinder in über 170 Ländern und Regionen den Weltgebetstag feiern. Der Weltgebetstag 2011 kommt aus „dem letzten Winkel der Welt“, wie die Chileninnen und Chilenen selbst ihr Land nennen. Er geht mit der Titelfrage „Wie viele Brote habt ihr?“ sogleich „zur Sache“: Ihr Christinnen und Christen weltweit – was habt ihr zu bieten? Was tut ihr gegen den Hunger in der Welt? Was und wo sind eure Gaben / eure Fähigkeiten, die ihr teilen und einsetzen könnt dort, wo sie gebraucht werden? So direkt ist uns schon lange kein Weltgebetstag mehr „zu Leibe gerückt“. In der Gottesdienstordnung ist vorgesehen, dass die Gaben und Fähigkeiten aller Teilnehmenden im Gottesdienst aufgeschrieben, in Körben gesammelt und auszugsweise am Altar verlesen werden.
Wie viele Brote habt ihr? fragte Jesus seine Jünger, die ratlos vor den 5.000 Hungrigen standen und ermutigte sie zum gesegneten Teilen der geringen Brotvorräte. Und alle wurden satt. Diese Mutmachgeschichte aus dem Markus-Evangelium stellen die Weltgebetstagsfrauen in den Mittelpunkt ihres Gottesdienstes. Auch wenn bereits 1936 schon einmal eine Gottesdienstordnung aus Chile kam, ist die heutige Weltgebetstagsbewegung in Chile jung. Denn erst im Jahr 2000 haben Frauen, die in verschiedenen Fraueninitiativen engagiert waren, eine Gruppe gebildet, aus der heraus das WGT-Komitee erwachsen ist. Ein Zeichen für ökumenische Tatkraft, die für das überwiegend römisch-katholische Chile (gut 70 Prozent) etwas Neues ist. Auch unter den circa 15 Prozent protestantischen Christinnen und Christen war Ökumene bisher kaum ein Thema. Ökumenisches Miteinander ist schon geografisch gesehen nicht leicht: Die Schriftstellerin Isabel Allende nennt ihre Heimat Chile ein „spannelanges Land... wo alle Wege enden an dieser Lanze im Süden des Südens von Amerika, viertausenddreihundert Kilometer Berge, Täler, Seen und Meer.“ Dieser schmale, klimatisch sehr gegensätzliche Küstenstreifen wird von rund 16 Mio. Menschen bewohnt, die sich scharf in Reich und Arm und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufspalten.
Im Gefolge des Spaniers Magellan, der 1520 das Land hinter den Anden „entdeckte“, wurde gegen die indigene Bevölkerung um Land und Lebensrechte gekämpft. Und bis heute kämpfen die indigenen Völker Chiles, die ca. 10% der Einwohner ausmachen, um ihre Rechte: die Aymaras ganz im Norden und vor allem die Mapuche im Süden.
In der Weltgebetstagsliturgie werden wir nicht nur in der Landessprache Spanisch begrüßt, sondern auch mit Worten aus den indigenen Sprachen. Ein Hoffnungszeichen, dass unter Christinnen und Christen die ethnischen Grenzen überwunden werden sollen. Vom 19. Jhd. an wurden Deutsche - überwiegend evangelisch-lutherischer Konfession – auf fruchtbarem Land der Mapuche angesiedelt. Vergessen ist das nicht. Auch andere dunkle Zeiten und vor allem die schlimmen Jahre der Militärdiktatur unter Pinochet von 1973 bis 1990 sind unvergessen und kommen auch in der Gottesdienstordnung zur Sprache. Als die Liturgie schon fertig geschrieben war, erschütterten das Land das Erdbeben und die Flut vom Februar 2010. Aber das Thema der Liturgie: Wie viele Brote habt ihr? wurde für die Verfasserinnen zur aktuellen Überlebensfrage und zur dringenden Bitte nach Solidarität an alle Christinnen und Christen weltweit.
Renate Kirsch
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