Aktuell
Andacht
Aktuelles
Termine
01.01.12 Kirchenmusik |
|
20.05.12 10:00h Johanneskirche, Gottesdienst m. Abendmahl, P. Ritter |
|
20.05.12 10:00h Markuskirche, Gottesdienst m. Abendmahl, Pn. Kopf |
|
20.05.12 10:00h Lukaskirche, Konfirmation, D. Großmann/Pn. Dürkop |
|
20.05.12 18:00h Michaelis-Paulus-Kirche, Gospelchurch, Pn. Breuer u. Team |
|
20.05.12 10:00h Kreuzkirche, Gottesdienst, P. Niehaus |
|
20.05.12 10:00h Christuskirche, Gottesdienst, Pn. Anz, anschl. Kirchencafé |
|
20.05.12 10:00h Matthäuskirche, Gottesdienst, P. Colmsee |
|
27.05.12 10:00h Zionkirche Imsum, Gottesdienst im Gemeindegarten, P. Maschke |
|
27.05.12 10:00h Johanneskirche, Gottesdienst, Pn. Breden |
|
27.05.12 10:00h Markuskirche, Gottesdienst, P.i.R. Nolte |
|
27.05.12 10:00h Lukaskirche, Frühgottesdienst, Pn. Dürkop |
|
27.05.12 11:30h Dionysiuskirche-Lehe, Taufgottesdienst, P. de Buhr |
|
27.05.12 10:00h Michaelis-Paulus-Kirche, Gottesdienst, P. Warnecke |
|
27.05.12 10:00h Kreuzkirche, Gottesdienst, P. Weber |
|
27.05.12 10:00h Christuskirche, Gottesdienst, P. v. Stuckrad-Barre |
| Ausflüge & Fahrten | |
| Evangelische Jugend | |
| Gottesdienste | |
| Gruppen & Kreise | |
| Senioren | |
| Kinder | |
| Kirchenmusik | |
| Vorträge | |
| Theater |
Berichte / Reportagen: Ökumenischer Gottesdienst zur Sail 2010
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, der Vers aus Jesaja 43,1 war Thema. Menschen und Schiffe tragen Namen. Menschen und Schiffe werden getauft.
Predigt Teil 1 Dechant Wigbert Schwarze
Liebe Gemeinde: Name, Taufe, Mensch
Jeder Mensch hat seinen Namen, mit der Taufe beginnt für Christen alles. Wir sind als Menschen ein Leben lang nicht allein
Das Evangelium denkt groß vom Menschen, Christus denkt groß vom Menschen. Er sieht den Menschen nicht wie jemand, der nur um sich selbst kreist und so glücklich wird. Christus sieht den Menschen wie jemanden, der in der Liebe zur Vollendung kommt, zum wahren Glück. Dazu gehört auch die Eigenliebe, aber die ist verknüpft mit der Liebe zum Nächsten. Jesus verbindet das in einer großartigen, faszinierenden Weise.
Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns zurückbesinnen auf Grundwerte. Das sind Verhaltensweisen, das sind etwa die zehn Gebote, das ist die Nächstenliebe, das ist das konkrete Leben der Menschen.
Wir Christen würden unseren Auftrag verfehlen, wenn wir die Hoffnungslosigkeiten, die in der Welt da sind, durch unser eigenes Jammern verdoppeln und wiederholen. Wir Christen sollten ein Zeichen der Hoffnung sein, der Ermutigung, ein Zeichen und ein Ort, der starken Vernunft. Was heißt das? Eine starke Vernunft bedeutet: Wir trauen den Menschen etwas zu. Wir trauen den Menschen zu, dass sie lernen können, dass sie Gut und Böse auseinander halten können, dass sie die Freiheit richtig gebrauchen können und auch handeln können im Sinne der einen Welt!
Wir wissen, wie versuchbar wir sind. Aber weil Gott an den Menschen glaubt und selbst Mensch geworden ist, ist es gut, ein Mensch zu sein. Deswegen trauen wir Menschen etwas zu, deswegen ist es wichtig, dass wir uns einbringen.
Christen sollen etwas deutlich machen von der Lust am Leben. Leben ist etwas Wunderbares. Gott will es ja mit uns leben in seinem Sohn. Und deswegen sollten wir Orte bilden der Zuversicht, der Hoffnung, wo diese Freude am Leben auch in der Weitergabe des Lebens, in der Freude an der Familie sichtbar und spürbar wird.
Menschen, die zu uns kommen in unsere Seestadt Bremerhaven kommen, mit ihrer Vielfalt im Christlichen, sollen spüren: Hier sind Frauen und Männer, Familien, Jugendliche und Kinder, die Freude am Leben haben, am wunderbaren Geschenk des Lebens, das so kostbar ist, das Jesus mit uns teilt. Auf einer so großen Sail wird die Vielfalt von Menschen sichtbar.
Ein kurzer geistlicher Impuls fasst meine Gedanken zusammen:
Was für ein Anlass ein Fest zu feiern!
Ein Kind ist geboren.
Wir feiern seine Geburt.
Und diese Feier möge ein einziger Segen sein für dich, der du den Namen Mensch trägst.
Dein Name wird genannt.
So sollst du heißen,
so werden wir dich rufen!
Lass uns im Worte zusprechen:
Worte der Weisheit.
Worte der Verheißung.
Worte des Segens.
Worte unseres Glaubens.
Wir taufen dich mit Wasser –
Im Namen Gottes
des Vaters
des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Und wir stehen um den Altar.
Die Eltern geben das Kind aus der Hand
in unsere Mitte – in die Mitte aller Menschen dieser Erde.
Sie werden es immer wieder tun müssen.
Das Kind ist nicht ihr Eigentum.
Wir bitten dich für alle Menschenkinder dieser Erde
und für alle, die uns zum Leben verhelfen.
Wir danken Gott, denn jeder Mensch ist ein Kind Gottes. Amen
Predigt Teil II, Werner Gerke
Liebe Gemeinde, Isolde machte nur eine kurze Bewegung in die falsche Richtung. Wie auch immer ihr das geschehen konnte, ihr war es vermutlich unerklärlich. Zum Glück hatte sie nur leichte Blessuren davon getragen. Aber im Hafen staunte man nicht schlecht: das innere Tor der Nordschleuse war kaputt, es ließ sich nicht mehr bewegen. Fünf Tage lang konnte kein Schiff in den Hafen oder wieder heraus. Und das alles wegen Isoldes kleiner Bewegung.
Sie ahnen es: Isolde ist ein Schiff, ein großer Autotransporter, 200 Meter lang, dem dieses Missgeschick passiert ist. Sein Name kommt aus einer Oper von Wagner. Diese Reederei nennt viele ihrer Schiffe nach klassischen Opernwerken. Andere lassen die Schiffe mit den Namen von Familienmitgliedern auf die Reise gehen; oder mit Städtenamen; oder den großen Tugenden. Auch wenn verwaltungstechnisch der Name eines Frachtschiffs nicht mehr das Entscheidende für seine Erfassung ist –das ist heute die IMO-Nummer- und auch wenn der Name öfter wechselt: jedes Schiff hat einen Namen, mit dem es auf die Reise geht.
Am Anfang dieser Reise steht auch eine Taufzeremonie; meistens jedenfalls. Es ist nun keine kirchliche oder christliche Zeremonie, aber es verbinden sich oft sehr emotionale Wünsche damit. Bei dem Freizeitkapitän, der lange auf das Segelschiff gespart hat, oder bei der jungen Reederin, die sich zum Schritt in die Selbständigkeit mit dem ersten eigenen Schiff entschieden hat, ist es sicherlich etwas anderes als bei der Kapitalgesellschaft, die 10 Schiffe in zwei Jahren in den Dienst stellt – und dann vielleicht schon auf die Taufzeremonie verzichtet. Man wünscht dabei „dem Schiff und der Mannschaft allzeit gute Fahrt und immer ein Handbreit Wasser unter dem Kiel“.
Es ist halt doch mehr als ein Transportvehikel, auch wenn es erst einmal ein Fahrzeug ist, das von A nach B bewegt wird. Die Mannschaft ist auf das Schiff angewiesen und das Schiff auf die Menschen, die es führen, instand halten und darauf leben. Und was die Mannschaft verbindet, vom Kapitän bis zur Hilfskraft, ist die Zusammenarbeit auf und mit dem Schiff, bis hin zur Identifikation. Ins Gästebuch des Seemannsclubs tragen die meisten zu ihrem Namen den Namen ihres Schiffs mit ein. Es ist deutlich eine andere Beziehung zu dem Schiff als zu irgendeinem anderen Fahrzeug. Zumindest so lange, wie man darauf fährt. Der Wechsel, der hat eigentlich schon immer zur Arbeit auf See gehört.
Manchmal kommt auch die Frage nach dem Segen für ein Schiff. Zum Beispiel nach einem Unglück. Fremd ist das erst einmal für mich, ein Ding zu segnen. Aber es geht ja nicht um das Schiff allein. Es geht darum, dass Menschen sich darauf sicher fühlen; dass sie ihrer Arbeit nachgehen können und wissen, dass sie mit diesem Schiff auch schwere See, starken Sturm und andere Gefährdungen überstehen können. Dass sie wissen: ihr Leben hier auf dem Schiff steht unter Gottes Schutz und Segen. Und für diesen Segen zu beten, ihn zuzusprechen, ist ein guter Dienst, den wir tun können.
So wünschen wir, dass Isolde und Helmut, Integrity und Freedom, Enak und Bremerhaven, Skippy und Antigone sich sicher begegnen, Freizeitkapitäne und Fischer, Seeleute aller Art auf dem Meer unterwegs, dass sie das Ziel erreichen, zu dem sie aufgebrochen sind.
Amen.
Predigt Teil 3, Susanne Wendorf-von Blumröder
Liebe Gemeinde, wir sind unterwegs. Ein Schiff von Hafen zu Hafen über Jahrzehnte hinweg, wenn es denn zu einem Traditionsschiff wird, wie z.B. die Krusenstern, die als Padua in Bremerhaven gebaut wurde. Zeugnisse vergangener Zeit sind diese Segler, sie rufen Bilder von den vielen Werften wach, in denen in der Geeste gesägt und gehämmert wurde. Zeugnisse von langer Fahrt sind sie, wochen- und monatelang waren sie unterwegs von Europa nach Übersee oder auch zu nahen Zielen. Zeugnisse von der Abhängigkeit und dem Zusammenspiel von und mit Wind und Wetter sie, von Geduld und Angst, harter Arbeit und auch Sehnsucht nach dem Meer. Stolz gleiten sie dahin, wenn alles gut geht.
Wir Menschen sind unterwegs im Leben. Wir wurden an einem Ort geboren, verändern uns, sind für eine Zeit quirlige Kinder, suchende Jugendliche, überschwänglich Verliebte, im Beruf unsere Fähigkeiten testende und einsetzende Erwachsene, glückliche und manchmal auch stöhnende Eltern, wir werden Alte, hoffentlich nicht resignierte, die immer alles wissen, sondern zufriedene, weise, erfahrene. Es ist auch eine lange Reise, ein langer und vielfältiger Weg im Leben.
Unser Name begleitet uns. Meistens fühlen wir uns gut, wenn wir bei unserem Namen gerufen werden, gerade, wenn es der vertraute Vorname ist. Ich bin auch froh, wenn ich jemanden mit seinem Namen ansprechen kann. Und wie spannend ist es, einen Namen für ein Kind auszusuchen. Dann wird dieser Name eine Person, ein Mensch. Ein Wesen ist dann Emma oder Marcel, Mandy oder Alexander.
In der Geschichte unseres Glaubens hat auch Gott sich mit seinem Namen offenbart. Auf die Frage des Mose am brennenden Dornbusch: Und was soll ich dem Volk sagen, wer mich geschickt hat? nennt Gott ihm die Konsonanten j-h-w-h, sagt: Sage, der „ich bin der ich bin“ oder der „ich werde sein, der ich sein werde“ hat mich gesandt, das ist mein Name. Ein Name, der heilig genannt wird, viele sprechen ihn nicht aus, umschreiben ihn mit Herr, Ewiger, Schöpfer, achten ihn.
Namen schaffen Vertrauen. Wer jemandem einen Namen gibt oder ihn kennen lernt, hat Macht über den Benannten, positiv oder negativ kann er sie nutzen. Im Märchen zerbricht die Macht des Zwerges, der da rumschreit „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß“ in dem Moment, als der Name gehört und somit bekannt wird.
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen ist ein Aussage Gottes. In ihr schwingt mit: Ich kenne dich. Du stehst in meiner Macht. Und diese Macht ist die Macht der Liebe. Du bist mir vertraut. Ich liebe dich. Ich nehme dich in den Wirkungskreis meiner Liebe. In ihr lebst du, frei und selbstbewusst.
Wir Menschen fühlen uns von diesem umfassenden Ja Gottes zu uns nicht immer gestärkt. Wie oft mäkeln wir an uns herum, sind mit irgendetwas unzufrieden. Sehen Sie mal genau auf die Schiffe: Das eine hat Beulen, die da vor sich hin rosten und bei dem anderen müssten die Segel gewaschen werden, und der ganze Dreck am Wasserpass...
Trotzdem sehen wir sie als die Königinnen der Meere. Mit ihren Namen hören wir die Wellen des Meeres und spüren Weite und Freiheit. Wer einen Namen hat, kann selbstbewusst sein, weil er nicht allein ist, sondern jemand eine Beziehung zu ihm hat. Es ist Gott, dieser „ich bin der ich bin“, der uns sagt: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. Amen
