Andacht

Als ich Schüler war, hatte ich einen englischen Grundwortschatz: Ein Lexikon mit den wichtigsten Wörtern und Wendungen der englischen Sprache. Wenn es darum geht, was Konfirmandinnen und Konfirmanden kennen und können sollen, spreche ich gern vom christlichen Grundwortschatz. Dazu zähle ich die zehn Gebote, den 23. Psalm, das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis. Unter kennen und können verstehe ich, dass sie diese vier Stücke auswendig können, also im Kopf haben. Aber sie sollen sie möglichst auch inwendig kennenlernen, also in ihr Herz lassen. Die Texte des christlichen Grundwortschatzes sind keine Vokabeln. Sie sollen keine leeren Worte bleiben, sondern wertvoll werden und im Idealfall - oder im Zweifelsfall - tragende Kraft entfalten. Die Worte sind angekommen, wenn jemand, der sie in sich trägt, merkt: Da trägt etwas mich. Wenn jemand sie zu gebrauchen weiß für sich selbst oder für einen anderen Menschen in einer Krise. Wo mir Worte fehlen oder ich nichts Passendes zu sagen weiß, aber auch nicht schweigen will, kann ich vielleicht das Vaterunser oder den Psalm anbringen. Oder einfach für den eigenen Gebrauch - täglich, immer wieder einmal.

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Nachrichten: Gottesdienst mit der "Stimme der Seeleute"

Sandra Lüpkes hält die Kanzelrede über die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies am Sonntag, den 13. März um 10.00 Uhr in der Johanneskirche Bremerhaven, Langener Landstraße
Der Beruf der Seeleute stellt, seit es ihn gibt, besondere Herausforderungen. Sie sind unmittelbar den Naturgewalten von Wind und Wellen ausgesetzt, lange Zeit auf begrenztem Raum unterwegs, getrennt von Familie und Freunden. Und was früher vielleicht auch reizvoll war, nämlich in der Welt herum zu kommen und andere Länder kennen zu lernen, ist heute selten geworden. Die Zeiten in den Häfen sind teuer und knapp. Dafür leben an Bord Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen, die ein hohes Maß an Verständnis füreinander aufbringen müssen. Schließlich haben sie einen gemeinsamen Auftrag und das gemeinsame Anliegen, sicher von Hafen zu Hafen zu kommen.

Sandra Lüpkes, groß geworden auf der Nordseeinsel Juist, hat vielfältige Verbindungen zur Seefahrt durch ihr Leben auf einer beengten Insel und an der Küste. Aktuell hat sie sich als "Stimme der Seeleute" zur Verfügung gestellt, um auf die Situation der Seeleute aufmerksam zu machen und die Arbeit der Deutschen Seemannsmission zu unterstützen. Anlässlich der Verleihung dieser Auszeichnung sagte die Generalsekretärin der Seemannsmission, Heike Proske: "Frau Lüpkes kennt sich aus mit Konflikten zwischen Menschen in einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, wie Seeleute sie an Bord auch immer wieder erleben". Als Mitherausgeberin und Autorin von "Kriminalgeschichten", die auf biblischen Geschichten beruhen (Bibelfliesen-Bilder, Band 10), habe sich Frau Lüpkes im letzten Jahr mit Konflikt- und Glaubenserfahrungen in der Bibel auseinander gesetzt.

Mit diesem Gottesdienst zum Beginn der Passionszeit möchten die Mitarbeiter der Deutschen Seemannsmission die aktuellen Anliegen von Seeleuten "ins Gebet nehmen". Rund um die Kanzelrede von Sandra Lüpkes werden sie den Gottesdienst gestalten. Für die Musik sorgt der Kantor der Johannesgemeinde, Volker Nagel Geißler.

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